Auf dem Volta River

9 November 2010 von admin

Der Volta Fluss wird gespeist durch seine drei Quellflüsse , dem weißen, dem roten und dem schwarzen Volta. Alle drei entspringen in Burkina Faso und vereinigen sich auf dem Gebiet Ghanas (Westafrika). Ich hatte einige Jahre beruflich in diesem Land zu tun und kannte es deshalb sehr gut. Mein Freund aus Deutschland kam mich besuchen und er fragte mich, ob wir nicht einmal etwas anderes unternehmen könnten, als am Beach herum zu liegen oder Sightseeing zu betreiben. Da wir uns gerade in Kumasi, der zweitgrößten Stadt Ghanas, befanden, war es nicht weit bis zu einem kleinen Städtchen am schwarzen Volta, in welchem ein befreundeter ghanaischer Architekt lebte, den ich schon lange einmal besuchen wollte. Bevor wir zu ihm aufbrachen, fragte ich ihn am Telefon, ob er uns denn nicht ein Kanu besorgen könne, das wir uns für einige Tage ausleihen wollen. Als wir bei ihm ankamen, lag das Boot bereits Kiel oben in seinem Garten. Wir deckten uns mit etwas Proviant und Geld ein, Moskitonetze hatten wir sowieso immer dabei und fuhren am nächsten Morgen los. Das Boot war 4 m lang und aus einer soliden Holzbeplankung und -verstrebung gefertigt. Zum Vortrieb war es mit 3 Stechpaddeln ausgerüstet (eines als Reserve).

Anfangs war die Strömung doch etwas stärker als ich es erwartet hatte, teils mussten wir kleinere Stromschnellen umfahren. Die Strömung hatte aber auch ihr Gutes, wir kamen schnell voran. Nach etwa 50 Kilometern beruhigte sich der Fluss zusehends und wir fingen an, die Fahrt zu genießen. Wir waren nun vertrauter mit dem Boot und den Paddeln und konnten unsere Augenmerk auch auf andere Dinge richten. Überall wo wir bemerkt wurden, avancierten wir zur Attraktion ( 2 white guys with a kanoo). Am Abend erreichten wir die kleine Handelsstadt Salaga am Zusammenfluss der drei Quellflüsse. Wir übernachteten in einem kleinen guesthouse am Ufer des Flusses.

Anderntags hatten wir ruhigere Strömung und mussten schon unsere Paddel einsetzen, um voran zu kommen. Wir wollten in weiteren zwei Tagesabschnitten den Volta Stausee erreichen, das waren knapp 80 km. Also bolzten wir ganz schön rein. Das Flussufer war sehr grün, überall mit Bäumen bestanden oder von Schilfgürteln und Gebüsch besäumt. Überall winkten uns badende Kinder zu. Tatsächlich erreichten wir den Stausee am Abend der dritten Tages unserer Tour und waren gut geschafft. Dafür schliefen wir in der Nacht tief und fest.

Wir hatten etwa 150 km Flussfahrt hinter uns und standen vor der Frage, ob wir den ganzen Stausee mit einer Länge von weiteren 70 km ohne helfende Strömung auch noch durchpaddeln sollten. Wir spürten unsere Knochen und gelangten zu der Meinung, wir hätten erst einmal genug Sport getrieben. Ein Telefonat mit meinem Freund klärte den Rücktransport des Kanus und wir durchfuhren den Stausee als Passagiere auf einem motorgetriebenen Lastkahn. Das kannte ich ja schon von einer vorherigen Flussreise. Von Akosombo fuhren wir dann mit dem Tro Tro nach Accra, wo wir uns am Beach von unseren Anstrengungen erholten.

Tipp für Reisende, die Langstreckenflüge meiden möchten: Motorradreisen nach Griechenland

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